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Dein Ratgeber

Es gibt zahlreiche stichhaltige Argumente, warum wir uns als normale Bürger mehr mit einer angemessenen Krisenvorsorge und Selbstschutz, sowie Selbsthilfe beschäftigen müssen. Der Staat kann und will nicht für unsere Sicherheit garantieren. Die Ereignisse der Vergangenheit und die zukünftige Entwicklung zeigen, dass wir uns in Zukunft auf mehr und intensivere Schadensszenarien vorbereiten müssen.

Cover des Ratgebers: Krisenvorsorge und Sicherheit für deine Familie. Wie du dich angemessen auf Krisen vorbereitest und handlungsfähig bleibst

Das Ziel dieses Ratgebers ist es, dich und deine Familie mit verhältnismäßigen Maßnahmen auf schwerwiegende Szenarien (wie z.B. Naturkatastrophe, Stromausfall, Pandemie) vorzubereiten. Wir alle hoffen, dass solche Krisen nie eintreten, dennoch ist es besser in einem angemessenen Maße vorbereitet zu sein, als sich nur auf die Hoffnung und im Ernstfall die Hilfe anderer zu verlassen.

In diesem Ratgeber zeige ich dir auf über 50 Seiten, wie du

  • dich und deine Familie mit angemessenen Maßnahmen auf Krisen vorbereitest.
  • die sieben wichtigsten Krisen-Bedürfnisse erfüllst.
  • während einer Krise unabhängig von der Hilfe staatlicher Einrichtungen bist.
  • in einer Krise selbst handlungsfähig bleibst.
  • dich und deine Familie für insgesamt 4 Wochen selbst versorgen kannst.
  • multiple Risiken und Schlüsselszenarien erkennst und behandelst.
  • deine erweiterten Inhalte erhältst (siehe unten).

Warum du diesen Ratgeber brauchst

Wie glaubst Du fühlt es sich an zu wissen, dass du auch in schweren Krisenzeiten, in absoluten Ausnahmesituationen, eigene Möglichkeiten hast, dein Wohlergehen und das meiner Familie zu sichern? Wie fühlt es sich an, nicht auf die Hilfe Außenstehender angewiesen zu sein und stattdessen anderen Menschen helfen zu können, wenn diese Hilfe am dringendsten brauchen?

Die Entwicklung von Selbsthilfefähigkeiten sollte genauso zu deiner normalen Absicherung gehören, wie das Anschaffen einer Versicherung oder das Abschließen deiner Haustüre. Es ist nicht von Vorteil in Angst und Panik zu leben und sich jeden Tag mit möglichen Risiken und Weltuntergangsszenarien zu beschäftigen. Doch wer sich auf ein Ereignis vorbereitet hat, erhöht maßgeblich seine Chancen dieses möglichst unbeschadet zu überstehen, handlungsfähig zu bleiben und sich selbst und seine Familie zu schützen und zu retten.

Eine gute Vorbereitung hat nichts mit Weltuntergangsstimmung oder irgendwelchen Verschwörungstheorien zu tun. Es ist umsichtig und vorausschauend sich nicht vollumfänglich von anderen abhängig zu machen. Dies gilt insbesondere bei den wichtigsten Bedürfnissen, die wir Menschen haben, wie Gesundheit, Sicherheit und soziale Bindung (Familie).

Erweiterter Inhalt

Über die Zeit habe ich meinen Ratgeber um weitere Inhalte ergänzt. Folgendes erhältst du zusätzlich zu deinem persönlichen Ratgeber:

  • Bonus 1 – Pandemie
    Bonuskapitel (14 Seiten)
  • Bonus 2 – Dokumentenmappe
  • Bonus 3 – Checkliste Ausrüstung
  • Hilfreiche Links für weitere Empfehlungen

Die dort enthaltenen Inhalte werden von mir kontinuierlich erweitert. Ich freue mich dich dort begrüßen zu dürfen.

Bonusmaterial: Pandemie Bonuskapitel, Dokumentenmappe - Checkliste über die wichtigsten Dokumente und Ausrüstung Checkliste ein Überblick über die wichtigste Ausrüstung
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Schlüsselszenarien

Für die Gefährdung der Bevölkerung in Deutschland gibt es zwei Schlüsselszenarien: Stromausfall & Seuchengeschehen. Beide Szenarien haben weitreichende und vielfach verknüpfte Folgen. Trotzdem sind häufig in beiden Fällen die Folgen nicht bewusst oder werden unterschätzt. 

Schlüsselszenarien haben ein hohes Schadenspotenzial durch unmittelbare Folgen. Diese Eigenschaft trifft jedoch auch auf andere Szenarien, wie z.B. Naturkatastrophen zu. Die besondere Gefahr durch Schlüsselszenarien liegt darin, dass diese weitreichende Folgerisiken haben. Sowohl der Stromausfall als auch das Seuchengeschehen können weite Teile der lebensnotwendigen Versorgung der Bevölkerung stilllegen. Kritische Infrastrukturen (z.B. Gesundheitswesen, Nahrungs- und Wasserversorgung, Transport) sind sowohl von der Verfügbarkeit von Strom als auch der Verfügbarkeit von Personal abhängig. Fehlt eines von beiden kann die Versorgung zusammenbrechen.

Diese Dominoeffekte machen den langanhaltenden und großflächigen Stromausfall und das Seuchengeschehen zu den beiden Schlüsselszenarien für die deutsche Bevölkerung. Wer in einem solchen Fall nicht auf seine Selbsthilfe- und Selbstschutzfähigkeiten zurückgreifen kann, ist leider schnell in ernsthaften Schwierigkeiten.

Hier geht es zum Schlüsselszenario 1: Stromausfall.
Hier geht es zum Schlüsselszenario 2: Seuchengeschehen.
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Seuchengeschehen

Seuchengeschehen sind deshalb so gefährlich, weil sie einerseits direkt die Gesundheit aller Menschen gefährden und andererseits indirekt kritische Infrastrukturen durch Personalmangel zum Erliegen bringen können.

Eine Pandemie und Epidemie sind jeweils eine Art der Ausprägung des Schlüsselszenarios Seuchengeschehen. Der große Unterschied zwischen einer Pandemie und einer Epidemie ist die räumliche Ausbreitung. Eine Epidemie ist räumlich begrenzt, auf einen Bereich, innerhalb eines Landes. Eine Pandemie überschreitet diese Grenzen und tritt überregional, in der Regel weltweit, auf. Aus einer Epidemie kann sich also eine Pandemie entwickeln.

Die Ursachen für ein solches Geschehen können unterschiedlich sein, wie z.B.:

  • Wiederauftreten bekannter Erreger (z.B. Masern),
  • Auftreten neuer Erreger (z.B. SARS),
  • Mutation von Erregern (z.B. Influenza),
  • importierte Fälle von Erregern (z.B. Ebola),
  • Freisetzung durch Laborunfälle oder
  • gezielte Freisetzung mit kriminellen bzw. (bio-)terroristischem Hintergrund.

Begünstigt durch die Globalisierung und den damit verbundenen Reiseverkehr breiten sich Krankheitserreger in der heutigen Zeit wesentlich schneller international aus. Auch der internationale Warenverkehr begünstigt, in Abhängigkeit der Eigenschaften eines Erregers, die weltweite Ausbreitung. Hierdurch können sowohl der Erreger selbst als auch dessen Vektoren in kurzer Zeit weit verbreitet werden. Vektoren sind ein Zwischenmedium, welches den Krankheitserreger auf den Menschen überträgt. Dazu zählen Mücken (z.B. Malaria, Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber), Zecken (FSME, Borreliose) oder Säugetiere wie Mäuse (Hanta-Virus) oder Katzen (Lungenpest).

Zusätzlich zur Globalisierung erhöhen die klimatischen Veränderungen das Risiko eines Seuchengeschehens. Bereits heute sind sowohl Krankheitserreger als auch ihre Vektoren in neuen Verbreitungsgebieten nachweislich existent. Beispielsweise haben sich im Süden und Westen Deutschlands eine stabile Population von tropischen Aedes-Mücken gebildet. Kälteresistente Tigermücken aus Norditalien breiten sich über das gesamte Land aus. Beide Mücken können das Chikungunya-Virus auf den Menschen übertragen. So geschehen 2005/2006 auf La Réunion, als innerhalb von nur acht Wochen ein Drittel der Bevölkerung erkrankte. In Norditalien und Südfrankreich hat sich das Chikungunya-Fieber bereits auf einem dauerhaften jedoch niedrigen Niveau etabliert. Ein Schutz vor der Übertragung durch Mücken ist insbesondere bei den tagaktiven Aedes-Mücken äußerst schwierig.

Mutationen und Veränderungen der Krankheitserreger erhöhen ebenfalls die Risiken. Die Corona-Pandemie 2020 ist maßgeblich durch eine Mutation des SARS-Virus entstanden. Die Mutation resultierte in veränderten Eigenschaften des Virus, was zu einer weltweiten Pandemie führte. Im weiteren Verlauf der Pandemie sorgten weitere Mutationen für Veränderungen der Viruseigenschaften und erhöhten damit das Risiko.

Alle Faktoren gemeinsam, die Globalisierung mit zunehmendem internationalem Reiseverkehr und Warentransport, die klimatischen Veränderungen und Veränderungen der Krankheitserreger selbst begünstigen zukünftige Ausbreitungen. Im Falle des Falles ist davon auszugehen, dass das Gesundheitswesen nicht auf einen derartigen Massenanfall von Erkrankten vorbereitet ist. Die besondere Gefahr eines Seuchengeschehens ist das Risiko eines Engpasses der Ressource Mensch. Auf Grund eigener Erkrankung, Angst vor einer Ansteckung, oder der Fürsorge für Angehörige bleiben viele Gesunde ihrem Arbeitsplatz Fern. Das fehlende Personal löst einen Domino- und Kaskadeneffekt aus. Im schlimmsten anzunehmenden Fall können kritische Infrastrukturen nicht mehr aufrechterhalten werden. Staatliche Hilfe wäre unter Umständen nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden und die Bevölkerung weitestgehend auf sich gestellt. Wer in einem solchen Fall nicht auf seine Selbsthilfe- und Selbstschutzfähigkeiten zurückgreifen kann, ist leider schnell in ernsthaften Schwierigkeiten.

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Stromausfall

Ein langanhaltender großflächiger Stromausfall gilt als Risikoszenario Nummer 1 für Deutschland. Der sogenannte Blackout hat gravierende Folgen für alle Bereiche unseres täglichen Lebens und führt mit anhaltender Dauer zu einer exponentiellen Steigerung der Schadenslage. Eine persönliche Krisenvorsorge und ausgebildete Selbsthilfe- sowie Selbstschutzfähigkeiten werden in diesem Szenario am meisten benötigt.

Die Verfügbarkeit von Strom ist eine Grundbedingung für unser tägliches Leben und die Aufrechterhaltung moderner Gesellschaften, wie die in der wir leben. Im privaten Bereich (bei uns zu Hause) ist die komplette Grundversorgung von der Verfügbarkeit von Strom abhängig. Direkt mit dem Ausfall des Stroms fällt auch die Heizung, Elektrogeräte, wie z.B. Herd und Kühlschrank, Licht und Telekommunikationsmöglichkeiten, wie das Internet und der Fernseher aus.

Nach spätestens wenigen Stunden bis Tagen fällt zudem die Wasser- Ver- und Entsorgung aus. Das bedeutet du kannst weder Trinkwasser aus deinem Hahn entnehmen, Hände waschen bzw. duschen (kalt, da die Heizung direkt ausgefallen ist), noch wird die Toilettenspülung funktionieren.

Von entscheidender Bedeutung ist der Wegfall der Kommunikationstechnologien. Ein Teil der Mobilfunkmasten sind in Deutschland für wenige Stunden notstromversorgt. Mit viel Glück kannst du also zu Beginn eines Stromausfalls noch telefonieren; in der Regel sind die Sendemasten in einem solchen Szenario dramatisch überlastet. Ansonsten entfallen alle gewohnten Möglichkeiten, um an Informationen zu kommen bzw. Informationen auszutauschen.

Alle kritischen Infrastrukturen, das bedeutet beispielsweise Gesundheitswesen (Krankenhäuser) Informationstechnik und Telekommunikation, Wasserversorgung, Transport und Logistik, Nahrungsmittelversorgung (Supermärkte, Kühlhäuser, etc.), Finanz- und Versicherungswese und staatliche Institutionen sind ausnahmslos auf Strom angewiesen. Der Notbetrieb über Generatoren wird bereits innerhalb weniger Stunden bis Tage, durch die Versorgungsknappheit mit Treibstoff (auch Tankstellen funktionieren nicht ohne Strom), problematisch und wird nicht aufrechterhalten werden können.

Der Funktionsausfall von Verkehrsträgern und Verkehrsleitsystemen bringt das Notfall- und Rettungswesen zum Erliegen. Selbst staatliche Einrichtungen und das staatliche Krisenmanagement können ohne Strom nicht arbeiten. So wurde erst kürzlich die Kommunikation von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS-Funk) auf digital umgestellt, wofür eine Stromversorgung notwendig ist.

Es wird nicht einmal möglich sein ein wenig Bargeld für die aufkommenden Schwarzmärkte abzuheben, um dort Nahrungsmittel zu besorgen, da die Geldautomaten nicht funktionieren. Das gesamte Finanzsystem wird innerhalb weniger Stunden zum Erliegen kommen.

Je länger der Strom ausfällt, desto mehr andere Infrastrukturen brechen zusammen. Ein andauernder Stromausfall führt unausweichlich zu einem Domino- und Kaskaden-Effekt der anderen kritischen Infrastrukturen. Weder die Bevölkerung noch staatliche Hilfseinrichtungen sind darauf ausreichend vorbereitet.

Wie realistisch ein solches Szenario ist, haben die Stromausfälle in den vergangenen Jahren gezeigt. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Stromversorgung in Deutschland mit der gesamten Stromversorgung in Europa zusammenhängt. Das Stromnetz muss ständig mit einer stabilen Spannung betrieben werden. Dementsprechend müssen Energieproduzenten ständig hoch- und runtergefahren werden. Ein kleiner regionaler Ausfall kann zu einem Zusammenbruch des gesamten Netzes führen, der zu einem langanhaltenden und transnationalen Stromausfall führt. So beinahe 2006 geschehen, als bewusst zwei Hochspannungsleitungen abgeschaltet wurden. Mangelnde Kommunikation und kurzfristige Änderungen der tatsächlichen Spannungsleistungen haben in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien und Spanien zu Stromausfällen geführt. 

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Blick in die Zukunft

Die aktuelle Lage in Deutschland vermittelt den Eindruck, dass wir uns vor wenig bis nichts fürchten müssen. Technische Innovationen, die Selbstverständlichkeit jederzeitiger Verfügbarkeit von Kommunikationsmitteln, hohe Rechtsstandards und positive Erfahrungen mit der täglichen Gefahrenabwehr suggerieren Sicherheit. Tatsächlich wachsen weniger offensichtliche Verwundbarkeiten und erhöhen die Risiken nachweislich.

Es ist bereits hinlänglich bekannt, dass durch die klimatischen Veränderungen (Klimawandel) mit einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität extremer Naturereignisse, wie z.B. Hitze, Dürre, Stürme, Starkregen und Hochwasser zu rechnen ist. Zusätzlich verstärken diese Veränderungen die Wahrscheinlichkeit für Pandemien und Epidemien, da sich Krankheitserreger in den neuen klimatischen Bedingungen ausbreiten (z.B. Chikungunya-Virus).

Begünstigt wird diese Bedrohung durch den zunehmenden weltweiten Warenaustausch und Reiseverkehr im Rahmen der allgemeinen Globalisierung. Krankheitserreger und deren Überträger verbreiten sich so in neue Gebiete.

Terrorismus und organisierte Kriminalität sind eine der unmittelbarsten Bedrohungen für die Sicherheit Deutschlands. Beide Faktoren werden sich in Zukunft weiter verstärken1. Die klassische polizeiliche Behandlung dieser Bedrohungen wird durch die vielschichtigen Ursachen und Erscheinungsformen des Terrorismus und transnational organisierter Kriminalität zunehmend unwirksam.

Nicht zuletzt ist unsere Informationsgesellschaft selbst eines der größten Risiken. Die fortgeschrittene Ausbreitung und Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien, der Stromversorgung und anderer kritischer Infrastrukturen führt zu einer erhöhten Verwundbarkeit. So ist der Stromausfall neben dem Seuchengeschehen eines von zwei Schlüsselszenarien in Deutschland1.

Insbesondere die Verknüpfungen der einzelnen Bedrohungen ist zu berücksichtigen. Viele Szenarien beeinflussen und begünstigen sich gegenseitig. So kann es in einer Pandemie beispielsweise zu Personalmangel an Arbeitsplätzen kritischer Infrastrukturen kommen, wodurch Ausfälle in diesen Bereichen möglich sind. Solche Dominoeffekte waren in der jüngeren Vergangenheit bereits zu beobachten.

2003 standen mehrere Kraftwerke in Frankreich kurz vor der Abschaltung, da wegen der anhaltenden Dürre nicht ausreichend Kühlwasser vorhanden war. 2005 erlebte das Münsterland einen Mehrtägigen Stromausfall verursacht durch Kälte, Schnee und Wind. 2005/2006 kam es zu einer rasanten Ausbreitung des Chikungunya-Virus auf La Réunion, nachdem sowohl eine Mutation des Virus als auch extreme Wetterlagen die Ausbreitung begünstigten. Diese multiplen Risiken stellen die Sicherheit in Zukunft auf die Probe und verstärken die Notwendigkeit einer privaten Krisenvorsorge, sowie erhöhter Selbsthilfe- und Selbstschutzfähigkeiten.


1Grünbuch des Zukunftsforums öffentliche Sicherheit, 2008
(<http://zoes-bund.de/wp-content/uploads/2015/10/Gruenbuch_Zukunftsforum.pdf>)

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Blick in die Vergangenheit

In Deutschland, Europa und weltweit treten regelmäßig schwere Risikoereignisse auf. Die folgenden Auflistungen zeigen exemplarisch, welche Ereignisse in den letzten Jahren aufgetreten sind. Der Blick in die Zukunft zeigt außerdem, dass viele der Szenarien in Zukunft noch relevanter und bedrohlicher werden. Tatsächlich ist die Frage leider bei vielen Bedrohungsszenarien nicht, ob sie eintreten, sondern wann.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Beispiele keine Weltuntergangsstimmung verbreiten sollen. Vielmehr ist es eine Offenlegung der tatsächlichen Bedrohungslage, die uns alle dazu motivieren sollte, den Stellenwert unserer eigenen Krisenvorsorge und unserer Selbsthilfe- und Selbstschutzfähigkeiten im Rahmen dieser Ereignisse zu überdenken.

Natur-Ereignisse

Natur-Ereignisse und Naturkatastrophen treten in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Während manche Ereignisse hauptsächlich in bestimmten Regionen auftreten (z.B. Vulkanausbrüche oder Tropenstürme), sind andere Ereignisse überall auf der Welt zu beobachten (z.B. Stürme oder Feuer). Die nachfolgende Auflistung zeigt exemplarisch welche Ereignisse in den letzten Jahren insbesondere in Deutschland und Europa aufgetreten sind.

  • 2020 Orkan Sabine – Deutschland, Europa
  • 2019 Hitze – Deutschland, Europa
  • 2019 F3-Tornado – Nordrhein-Westfalen
  • 2018 Dürre und Hitze – Deutschland, Europa
  • 2016 Erdbeben – Südspanien
  • 2015 F3-Tornado – Baden-Würtemberg & Bayern
  • 2015 Dürre und Hitze – Deutschland, Europa
  • 2014 Erdbeben – Deutschland (Bad Brambach)
  • 2013 Schwere Sturmflut – Nordseegebiet
  • 2013 Hochwasser in Mitteleuropa
  • 2013 Donau-Hochwasser
  • 2010 Sturmtief Xynthia – Deutschland
  • 2003 Hitze und Dürre – Deutschland
  • 2002 Orkan „Jeanett“ – Deutschland, Europa
  • 2002 Elb-Hochwasser
  • 1999 Orkan Lothar – Deutschland, Europa
  • 1989 Sonnensturm – Quebec
  • 1978/79 Schneesturm – Deutschland

Seuchengefahr

Die Opferzahlen von Seuchen überstiegen häufig die Zahlen von Naturkatastrophen und Kriegen. Das Auftreten von neuen Krankheitserregern, epidemische Ausbrüche von bekannten Erregern (z.B. Ebola) und nicht zuletzt die Corona-Pandemie machen deutlich, dass Seuchen eine ernstzunehmende Gefahrenquelle für die Gesellschaft in Deutschland sind. Neben dem Stromausfall gilt das Seuchengeschehen als Schlüsselszenario in Deutschland. Die nachfolgende Auflistung zeigt exemplarisch welche Ereignisse in den letzten Jahren aufgetreten sind.

  • Seit 2020 Dengue-Fieber – Südostasien, Südamerika
  • 2020 Sars Covid-19 „Corona Virus
  • 2014 Ebola – Westafrika
  • 2009 Schweinegrippe – weltweit
  • 2005 Chikungunya-Virus – La Réunion
    Innerhalb von nur 8 Wochen erkrankte ein Drittel der Bevölkerung. Seit 2013 in Zentral- und Südamerika und auch vereinzelt in Deutschland.
  • 2002 Sars Ausbruch
    Einige Faktoren verhinderten glücklicherweise einen größeren Ausbruch (z.B. Ansteckung erst nach Auftreten von Symptomen möglich). Es war das erste Auftreten eines SARS-Coronavirus.
  • 1970 Hongkong-Grippe – weltweit
    In Deutschland verstarben ca. 30.000 Menschen.
  • 1920 Spanische Grippe
    Die Influenza Pandemie von 1918-1920 hat mehr Todesopfer gefordert als der Erste Weltkrieg.
  • 14. Jahrhundert Pestilenz
    Die „Pestilenz“ hat wahrscheinlcih ein Drittel der Bevölkerung Mitteleuropas ausgelöscht.

CBRN-Gefährdungen

Chemische (C), biologische (B), radiologische (R) und nukleare (N) Gefährdungen bilden die Gruppe der CBRN-Gefährdungen. In leider regelmäßigen Abständen treten CBRN-Gefährdungen über den Globus verteilt (auch in Deutschland!) auf. Die Auswirkungen reichen von Explosionen bis hin zu Verstrahlung und Vergiftung, die im ersten Moment für die Bevölkerung unter Umständen nicht merkbar sind. Aus diesem Grund sind CBRN-Gefährdungen besonders arglistig. Die nachfolgende Auflistung zeigt exemplarisch, welche Ereignisse in den letzten Jahren aufgetreten sind. 

  • 2020 Beirut, Libanon
    Explosionskatastrophe im Hafen (Auslöser: Ammoniumnitrat)
  • 2016 Ludwigshafen – Deutschland
    Unfall mit mehreren Toten und Verletzten
  • 2015 Tianjin – China
    Explosionskatastrophe
  • 2011 Fukushima – Japan
    Nuklearkatastrophe der Stufe INES 7
  • 1986 Tschernobyl – Sowjetunion
    Nuklearkatastrophe der Stufe INES 7
  • 1984 Bhopal – Indien
    Austritt giftiger Stoffe mit ca. 3800 Toten
  • 1976 Seveso – Italien
    Chemieunfall führte zur Erstellung der heutigen Seveso-III-Richtlinie
  • 1948 Ludwigshafen – Deutschland
    Kesselwagenexplosion mit über 200 Toten und knapp 4000 verletzten
  • 1950er Minamata – Japan
    Vergiftung durch organische Quecksilber-Verbindungen

Technik

Alle Lebensbereiche unsere Gesellschaft sind inzwischen technisch abhängig von den sogenannten „Kritischen Infrastrukturen“ (z.B. Energie, Wasser, Gesundheit, Transport und Logistik, Ernährung, IT und Telekommunikation). Diese Fortschritte unserer Informationsgesellschaft gehen auf Kosten von neuen Verwundbarkeiten, Domino- und Kaskadeneffekten. So zählt der Stromausfall neben dem Seuchengeschehen zu den zwei wichtigsten Schlüsselszenarien für Deutschland. Die nachfolgende Auflistung zeigt exemplarisch welche Ereignisse in den letzten Jahren aufgetreten sind.   

Stromausfall:

  • 2006, 4. November – Stromausfall in Teilen von Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien und Spanien
  • 2005 – mehrtägiger Stromausfall im Münsterland
  • 2003, 28. September – Schweiz und Italien
  • 2003, 14. August – 1 Tag Stromausfall gesamter Nordwestern USA
  • 1999 Taiwan Erdbeben – 3 Wochen Stromausfall

IT & ITK:

  • 2020, Mai – Angriff auf Hochleistungsrechenzentren in Europa
  • 2016 – Hackerangriff auf Datennetzwerk des Bundes
    Angriff auf das Netzwerk Informationsverbund Berlin-Bomm (IVBB), welches zur Kommunikation zwischen Kanzeleramt, Ministerien und Sicherheitsbehörden genutzt wird
  • 2015 – Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag
    Untersuchungen laufen noch
  • Seit 2014 Emotet – Schadprogramm
    Große Zahl an Infektionen bei Behörden und Unternehmen
  • 2007, April – Bot-Netz-Attacke auf Estland
    Über Wochen war die IKT-Infrastruktur von Banken, Behörden und Börse nicht nur beeinträchtigt, sondern teilweise sogar zusammengebrochen

Terrorismus und organisierte Kriminalität

Im Gegensatz zu den bereits genannten Risiken herrscht gegenüber dem Terrorismus und Gewaltdelikten eine ängstliche oder gar alarmistische Grundstimmung. Organisierte Kriminalität hingegen wird von der Öffentlichkeit weniger intensiv wahrgenommen und das Bedrohungspotenzial meist unterschätzt. Organisierte Kriminalität arbeitet hoch professionell, häufig transnational und möchte vor allem Gewinne maximieren. Organisierte Kriminalität arbeitet dafür im Verborgenen und möchte sogar den Anschein von legalem Handeln erwecken. Terrorismus hingegen ist in der Regel ideologisch oder politisch motiviert, möchte die öffentliche Aufmerksamkeit erregen und Angst verbreiten. Nicht selten bedient sich der Terrorismus an den Strukturen der organisierten Kriminalität, um Aktivitäten vorzubereiten und zu finanzieren. Die nachfolgende Auflistung zeigt exemplarisch einige der markantesten Ereignisse, welche allein in den letzten 5 Jahren in Mittel- und Südeuropa aufgetreten sind.  

  • 2020, Österreich – Anschlag in Wien
  • 2020, Deutschland – Anschlag in Hanau
  • 2019, Deutschland – Anschlag (Versuch) auf Synagoge, Passanten und Imbiss
  • 2019, Niederlande – Anschlag in Straßenbahn in Utrecht
  • 2018, Frankreich – Anschlag in Straßburg
  • 2018, Frankreich – Messerangriff auf mehrere Passanten und Polizisten
  • 2018, Frankreich – Geiselnahme in Supermarkt in Trebes
  • 2017, Belgien – Messerangriff auf drei Soldaten
  • 2017, Spanien – Anschlag in Barcelona
  • 2017, Deutschland – Messerangriff in Hamburg
  • 2016, Deutschland – Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt
  • 2016, Belgien – Anschläge in Brüssel
  • 2015, Frankreich – Anschläge in Paris
  • 2015, Frankreich – Anschlag auf Charlie Hebdo

Gesellschaftliche Krisen

Unter diese Rubrik fassen wir alle systemischen Krisen zusammen, die massive Auswirkungen auch auf die Bevölkerung haben und hatten. Dazu zählen Wirtschaftskrisen, Finanzkrisen politische Krisen und Instabilitäten. Häufig sind solche Krisen Auslöser für bedrohliche Ereignisse, wie Unruhen, Aufstände, Gewaltverbrechen und Kriminalität. Auch Soziale Krisen, wie z.B. Arbeitslosigkeit oder Ungerechtigkeiten können diese Effekte hervorrufen. Die nachfolgende Auflistung zeigt exemplarisch welche Ereignisse in den letzten Jahren aufgetreten sind. Weitere Ereignisse wie die „Flüchtlings-Krise“ wurden aus moralischen Aspekten nicht in die Liste von negativen Ereignissen mit aufgenommen. Dennoch haben auch solche Entwicklungen Auswirkungen auf die Stimmung innerhalb Deutschlands und können Risiken (z.B. Unruhen) erhöhen.

  • Ukraine-Konflikt
  • Syrien-Konflik
  • Instabilität in Venezuela
  • 2010 Eurokrise beginnend mit der Griechenlandkrise
  • 2008 Finanzkrise
  • 2007 Weltwirtschaftskrise
  • 2000 Dotcom-Krise
  • 1929 Weltwirtschaftskrise